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Kreuz, Mörderbrunnen und Burgstall waren Ziel des Heimatvereins Burgebrach


Über 20 Wanderinnen und Wanderer machten sich trotz unbeständigen Wetter vom Kirchparkplatz Burgebrachs auf, um den Steigerwald bei Burgebrach zu erkunden. Wanderwart Erwin Albrecht hatte die gut dreistündige Tour auf meist asphaltfreien Wegen gut geplant und führte die Gruppe zu interessanten Plätzen im Wald.

Die Tour führte zunächst über die Mittlere Ebrach und durch den Wiesengrund des trockengelegten ehemaligen Rieds am Vornlocker Kreuz vor, ehe man schon tiefer im Wald das sogenannte „Hölzerne Kreuz“ erreichte. Dieses wurde erst im Jahr 2024 nach einem mutwilligen Brand nach Spenden aus der Bevölkerung durch den Heimatverein neu errichtet. Der ursprüngliche Anlass für die Aufstellung des Kreuzes ist nicht bekannt und reicht vermutlich viele Generationen zurück.

Weiter führte die Wanderung zum sogenannten Mörderbrunnen. Am dortigen Waldhaus wurde eine kleine Trinkpause eingelegt. Vereinsmitglied Manfred Denzler versorgte die durstigen Wanderer mit allerlei Getränken, während Wanderwart Erwin Albrecht zum Namen des Mörderbrunnens referierte, dass nicht belegt sei, ob hier jemals tatsächlich ein Mord geschehen ist, der dem Brunnen seinen Namen gab. Er vermutet vielmehr, dass die Bezeichnung ursprünglich „Marterbrunnen“ lautete und möglicherweise auf ein dort ehemals stehendes Marterkreuz aus Holz oder Stein zurückgeht. Eine weitere Theorie stellte später bei der abschließenden Einkehr der Vorsitzende des Heimatvereins, Markus M. Mehlhorn, vor. Er verwies darauf, dass die Herkunft des Namens bislang ungeklärt sei. Denkbar sei auch ein Zusammenhang mit sehr alten Bezeichnungen für stehende Gewässer oder sumpfiges Gelände. Da das Gebiet um den Mörderbrunnen bis heute stellenweise moorig und feucht ist, könne der Name ursprünglich auf ein Landschaftsmerkmal zurückgehen. Historische Belege für diese Annahme liegen bislang jedoch nicht vor.

Über das gut ausgebaute Wandernetz, deren Beschilderung auch in diesem Bereich der Heimatverein verantwortet, erreichte die Gruppe schließlich den Standort der ehemaligen Burg Windeck an der alten Hochstraße, einer früheren Hauptverbindungsstraße von Bamberg nach Würzburg. Von der Burg ist heute nur noch der ehemalige Burgwall erhalten, weshalb solche ehemaligen Standorte auch Burgstall bezeichnet werden. Der Heimatverein hatte zur Erinnerung an die Burg vor vielen Jahren einen Gedenkstein auf dem ehemaligen Burggelände errichtet. Erwin Albricht berichtet, dass die um 1150 errichtete Anlage vermutlich nach dem Aussterben des Geschlechts der Herren von Windeck aufgegeben wurde. Die Herren von Windeck waren Ministeriale, also Dienstleute und Amtsträger der Bamberger Bischöfe. Nach mündlicher Überlieferung starb mit Ursula von Windeck, die unverheiratet blieb, um 1475 die letzte Bewohnerin der Burg. Eine häufig genannte Zerstörung im Bauernkrieg ist daher unwahrscheinlich, da die Burg bereits 1525 eine Ruine war. Die Steine fanden später Verwendung beim Bau von Häusern und Scheunen in Ampferbach.

Den Abschluss der Wanderung bildete eine Einkehr auf der Ampferbacher Kirchweih in der Brauerei Hermann. Mit einer reichhaltigen Kirchweih-Menüauswahl fand die Wanderung hier einen gelungenen Abschluss.

 

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